Das Vipava Tal

"Ihr spinnt wohl! Das Wasser ist doch kalt!" protestiert Tim. Doch uns stört es nicht im Geringsten, als wir die provisorische Außendusche auf dem Weingut benutzen. Links von uns, neben den Weinreben der Wombat. Über uns auf einer kleinen Terrasse weitere Wohnmobile . Daneben das schicke Gebäude es Weinguts und wir stehen direkt neben dem Brunnen, wo eine Brause installiert wurde mit direktem Blick auf die Weinreben und erfrischen uns nach dem lustigen Abend gestern mit Weinprobe und selbstgemachter Charcuterie. Savoir Vivre - oh ja, das können sie in Slowenien auch.
Das Vipava Tal, das bei Nova-Gorica unmittelbar ans Soča-Tal angrenzt, ist ebenfalls malerisch gelegen und bietet mit seiner Lage zwischen den Julischen Alpen, dem Karstgebiet und der Grenze zu Italien zusätzlich noch mediterranen Flair. Es erstreckt sich entlang des Flusses Vipava und ist zum einen von sanften Hügeln, Weinbergen und Obstplantagen geprägt. Zum anderen taucht man in der Karstregion in die Welt gediegender Felsformationen, unterirdischer Flüsse und Höhlen ein. Zu guter Letzt ist es auch das Tal der Schlösser und Burgen. An Vielfalt also nicht zu überbieten. Ein sehr gut ausgebautes Wander- und Radwegenetz, Kletterrouten sowie perfekte Bedingungen zum Paragliding machen es zu einem beliebten Ausflugsziel für Outdoorfans. Hinzu kommt, dass man hier Natur-, Kultur und Genuss sehr gut miteinander verbinden kann.
Die Region ist berühmt für ihre Weine, insbesondere den Vipavska Zelen und den Pinot Grigio. Viele Weingüter bieten Verkostungen an, bei denen Ihr die lokalen Weine zusammen mit traditionellen slowenischen Gerichten genießen könnt. Meistens mit Voranmeldung. Aufgrund der Nähe zu Italien ist die Küche eher mediterran geprägt und wird primär mit frischen Zutaten aus der Region zubereitet. "Vom Garten auf den Teller" lautet das Motto vieler Gastronomiebetriebe, die ganzjährig Ihren Obst- und Gemüsevorrat von den lokalen Anbietern beziehen können. Ob hausgemachte Pasta, Gemüse- oder Fleischgerichte - die Auswahl ist vielfältig.
Einige Sehenswürdigkeiten der Region sind:
Die Weinregion Goriška Brda
Dieses Gebiet wird auch gerne als "Slowenische Toskana" bezeichnet. Entlang der "Weinstraße" fährt man durch sanfte Hügel entlang der besten Weinlagen der Region durch viele malerische Dörfer. Egal ob mit Auto, zu Fuß oder Fahrrad, es gibt unzählige Möglichkeiten, einzukehren und die regionalen Spezialitäten und Weine zu kosten. Aber immer schön auf den Alkoholpegel achten!
Dobrovo mit seinem Renaissanceschloss und dem hübschen Park wird als Herz der Region bezeichnet und von vielen gerne angesteuert. Hier verlaufen auch mehrere der insgesamt 10 Wanderrouten, mit denen man einige der 35 Dörfer der Region erkunden kann.
Medana ist ein malerisches Dorf in toller Landschaft, das für seine Weinproduktion bekannt ist. Die Kirche St. Martin im Dorfzentrum ist einen Besuch wert. Der Aussichtspunkt "Razgledna točka Brda" in der Nähe des Dorfes bietet spektakulären Panoramablick über die gesamte Region und lässt das Fotografenherz höher schlagen
Smartno ist ein kleines mittelalterliches Dorf oben auf einem Berg. Hier werden gerade viele der alten Gebäude restauriert und im kleinen 2 Raum-Museum läuft ein Film aus den 50er Jahren, der einen guten Einblick in den Obst- und Weinanbau dieser Region bietet.
Šempeter ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen durch die Weinberge. Es hat des weiteren reichlich Geschichte und eine schöne Kirche zu bieten
Weitere malerische Dörfer in ländlicher Umgebung umgeben von Weinbergen sind die Dörfer Vrhpolje, Kozana und Ozeljan
Es gibt diverse Radtourenvorschläge auf Komoot oder in den Tourist-Offices in den größeren Orten
Nova-Gorica
Kulturhauptstadt Europas, die eigentlich aus 2 Städten besteht: Nova Gorica auf slowenischer Seite und Gorizia auf italienischer Seite
Die Solkan Brücke am nördlichen Rand der Stadt ist ein Meisterwerk der Baukunst. Ihr Steinbogen hat eine Spannweite von 85 Metern und macht sie damit zur größten Steinbogen-Eisenbahnbrücke der Welt. An Sommerwochenenden verkehrt hier auch ein Museumszug. Nähere Infos in der Tourist-Office
Der Europaplatz liegt direkt vor dem Bahnhof und wurde von beiden Ländern gleichzeitig gestaltet. Hier findet man ein kleines Mosaik mit der Markierung 57/15, die vom ehemaligen Grenzstein übertragen wurde, der die beiden Länder lange Jahre trennte
Die Kirche St. Ignatius ist eine beeindruckende Barockkirche aus dem 18. Jahrhundert und ist bekannt für ihre schöne Innenausstattung und die kunstvollen Fresken
Ein Aufstieg zum Aussichtspunkt auf dem Berg Sabotin ist sehr zu empfehlen, denn von hier oben hat man einen genialen Blick auf die Umgebung
Die Grenzbrücke über den Fluss Soča verbindet Nova Gorica mit dem italienischen Gorizia, bietet tolle Ausblicke auf den Fluss und ist Symbol der engen Verbundenheit beider Städte
Das Schloss Kromberk (etwas außerhalb von Nova Gorica) ist ein sehr schönes Renaissance-Schloss mit Museum
Die Ruinen von Šempeter (in der Nähe von Nova Gorica) sind die Überreste einer römischen Siedlung und bieten interessante Einblicke in die Geschichte der Region
Der Park des Friedens (Park Miru) liegt an der Grenze zwischen Slowenien bietet schöne Spazierwege und Plätze zum Entspannen
Otliško okno
Spektakuläres "Natur Highlight"
Felsenfenster an einem steilen Hang über Ajdovščina am Rande des Trnovo-Waldes in der Nähe des Dorfes Otlica. Von der oberen Seite hat man einen herrlichen Blick auf das Vipava-Tal
Die Legende besagt, dass das Felsenfenster entstand, als der Teufel sich eine zu schwere Last aufbürdete und stürzte. Dabei bohrte sich sein Horn in den Felsen und hinterließ dieses Loch
Vipavski Križ
Sehenswertes mittelalterliches Dorf auf einem Hügel in der Nähe von Ajdovščina
Die Mauer der alten Burg, die das Dorf umgibt und zwei Kirchtürme bilden die markante Silhouette
Das Dorf war einst einige Jahrhunderte lang der Mittelpunkt des Tals und ist heute ein kulturgeschichtliches Denkmal Sloweniens
Schmale Gassen laden zum Schlendern ein, es werden Führungen durch das Kloster angeboten und die Überreste der verfallenen Burg erinnern an die einstige Macht dieses Dorfes, das einst als Festung und Schutz für Nova-Gorica erbaut wurde
Ein gut ausgeschilderter Wanderweg führt auf insgesamt 7,1km Länge um Vipavski Križ und die Dörfer Cesta, Plače und Male Žablje
Tipp: Interaktive Schatzsuche durch die Stadt für 2-4 Personen. Man erhält Rucksack, Mobiltelefon und Stift und wird via App zu verschiedenen Orten geführt, wo man Rätsel lösen muss. Zur Belohnung gibt es ein Glas Wein. (€75,00/Team)
Hochplateau Nanos
Bei einer Wanderung zum bzw. auf den Nanos bieten sich einem diverse wunderschöne Panoramablicke - je nach Sicht bis ins Soča-Tals, zu den Julischen Alpen und der Adriaküste
Der Nanos befindet sich in der Karstegion, so dass es diverse bizarre Felsformationen und Höhlen entlang der Wanderwege zu entdecken gibt
Auch historische Stätten und Überreste von alten Festungen oder Siedlungen können je nach Route entdeckt und bestaunt werden
Hier kann man nicht nur sehr gut wandern, auch Klettern, Mountainbiking und Paragliding ist hier möglich
Am Wegesrand und auf dem Gipfel gibt es ein paar Berghütten, wo man einkehren kann
Mittelalterdorf Štanjel
Kleines mittelalterliches Dorf auf einem Hügel in interessanter Anordnung der Häuser
Die weißen Häuser mit ihren roten Dächern und die Kirche dominieren das Stadtbild
Kleiner Geheimtipp unter Slowenienreisenden im Frühling, wenn die Magnolien blühen
Park Postojnska Jama
Der "Park" besteht aus 2 berühmten Attraktionen: den Höhlen von Postojna und der Felsenburg Predjama. Beides ist kostenpflichtig und es gibt vielfältige Möglichkeiten für die Besichtigung. Wer beides anschauen möchte, sollte ein Kombiticket wählen. In der Hauptsaison ist es ratsam, vorher Online-Tickets zu erwerben.
Felsenburg Predjama
In einer 123m hohen senkrechten Felswand thront die größte Höhlenburg der Welt. Sie ist nicht nur im Guiness-Buch der Rekorde verzeichnet, sondern auch Schauplatz der Games of Thron Sage sowie weiteren Verfilmungen und sie zählt zu den 10 faszinierendsten Burgen der Welt
Sie gilt als uneinnehmbar und ein über 800 Jahre altes mittelalterliches Wunder
Hinter der Höhlenburg befindet sich ein Geflecht von geheimen Gängen, unter der Burg eine riesige Höhle mit 4 Etagen, die zweitlängste Höhle Sloweniens ist. Ein Teil der Höhle ist im Eintrittspreis inkludiert. Der Rest kann im Rahmen geführter Höhlentouren besichtigt werden
Um die Burg ranken sich viele Legenden. Vor allem die vom aufständigen Ritter Erasmus, der sich hier über ein Jahr der Belagerung der kaiserlichen Armee widersetzt hat und frische Kirschen in die Burg geschmuggelt haben soll, um diese von dort aus spöttisch auf die Feinde geworfen zu haben
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Höhlen von Postojna
Die Höhlen von Postojna zählen zu den bekanntesten und beeindruckendsten Karsthöhlen der Welt. Sie eine sehr gut gelungene Kombination aus Naturwunder, Tourismus und Forschung
Sie erstrecken sich über mehr als 24 Kilometer, von denen nur ein Teil für die Öffentlichkeit zugänglich und damit sind sie eines der größten Höhlensysteme in Europa
Man fährt mit einem unterirdischen Zug - der einzigen zweigleisigen unterirdischen Eisenbahn der Welt - eine 3,7 km lange Strecke und kann hier die zugängigen Teile der Höhle bestaunen.
An der Decke des "Tanzsaals" hängen Kronleuchter aus Muranoglas, die eine ganz besondere Atmosphäre schaffen
In den verschiedenen Bereichen gibt es spektakuläre Tropfsteinformationen mit extra großen Stalaktiten, Stalagmiten und andere mineralische Strukturen
Hier leben auch verschiedene einzigartige Tierarten wie der "Grottenolm", der der Legende nach ein Drachenbaby sein soll. Angeblich kann er bis zu 10 Jahre lang ohne Nahrung überleben. Auch der "Menschenfisch", ein blinder Salamander, der nur in diesen Karstgebieten vorkommt und an das Leben in völliger Dunkelheit angepasst ist, ist hier zu Hause
Aufgrund diverser bedeutender archäologische Funde, darunter Fossilien von Tieren aus der Eiszeit, sind sie ebenfalls ein wichtiger Standort für Wissenschaftler aus aller Welt
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Park Škocjan-Höhlen
Ebenfalls ein touristisch voll erschlossenes Areal, das aus mehreren Naturphänomenen besteht. Den Škocjan-Höhlen mit dem größten, teilweise bis zu 146 m tiefen unterirdischen Canyon Europas und 26 unterirdischen Wasserfällen. Dem Lehrpfad Škocjan und dem Hankekanal. Die Attraktionen sind kostenpflichtig und teilweise nur mit Führungen begehbar. Mehr dazu im separaten Artikel über die Höhlen.
Die Höhlen sind seit 1986 UNESCO Weltnaturerbe und gelten als bedeutendste unterirdische Landschaft Sloweniens und der ganzen Welt
Der Fluss Reka, der unterhalb des Dorfes Škocjan liegt, verschwindet in der Schlucht einfach in den Höhlengängen
Auf insgesamt 500 Stufen kann durch das Höhlensystem gehen und den bis zu 146m tiefen unterirdischen Canyon (der größte Europas), einige der unterirdischen Wasserfälle, sowie große "Säle" mit bis zu 15m hohen Tropfsteinriesen bewundern
Die Höhlen wurden nachweislich über 5.000 Jahre lang bewohnt
Das unterirdische Höhlensystem ist auch Heimat von vor dem Aussterben bedrohten Vogel- und Fledermausarten
Erwachsene zahlen aktuell € 16,00, Kinder bis 17 Jahre € 7,50, Senioren und Studenten erhalten Rabatt
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Lipica
Lipica ist die Heimat der berühmten weißen Lipizizaner-Pferde und das größte Gestüt der Lipizzaner weltweit. Hier leben mehr als 300 weiße Lipizzaner auf mehr als 300 Hektar Grünflächen
Die Erfolgsstory begann 1580 als erstes Lipizzanergestüt seiner Art und hält bis heute an
Die Besichtigung ist kostenpflichtig. Es gibt verschiedene Varianten mit reiner Gestütsbesichtigung, Führung bis hin zur Aufführung
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Das Vipava-Tal ist auch ein beliebtes Ziel für Angler. Die Flüsse, insbesondere der Vipava-Fluss, bieten hervorragende Bedingungen für das Fliegenfischen und das Angeln auf Forellen. Auch die kleinen Seen in der Umgebung bieten gute Angelbedingungen. Geangelt wird auf Forellen, Äschen und Karpfen. Für das Vipava-Tal benötigt man eine gültige Angellizenz, die in den ansässigen Geschäften oder bei den Angelvereinen erworben werden kann. Oder online.
